“Die Sprache der Musik. Inklusiv oder exklusiv?”

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© Veranstaltungsforum Holtzbrinck Publishing Group / Foto: Phil Dera

Am 16. Mai durften wir erneut die Zeit Stiftung und die Holtzbrinck Publishing Group bei uns begrüßen, um der Frage nachzugehen: „Was hält unsere Gesellschaft zusammen?“.

Diesmal drehte sich alles um Musik, als gesellschaftlicher Kitt, der Menschen zusammenbringt und jegliche Grenzen überwindet. Zu Gast waren diesmal Michael Barenboim (klassischer Geiger und Leiter der Abteilung Kammermusik der Barenboim-Said Akademie), Stefan Schmidt (Pianist und Leiter des Straßenchors Berlin), und Sookee (Rapmusikerin). Ungefähr 160 Teilnehmer verfolgten die spannende Podiumsdiskussion, die vor allem eins zum Ausruck brachte: wenn man gemeinsam Musik macht oder erlebt, ist alles andere egal! „ Wenn wir Brahms spielen, spielen wir Brahms. Es spielt dann keine Rolle aus welchem Land man kommt“, sagte Michael Barenboim, und stellte ebenso fest, dass das Kunstwerk an erster Stelle steht, und im Moment des Erlebens, alle verbindet.

Stefan Schmidt, der alle Teilnehmer zum gemeinsamen singen aufrief, merkte zudem an, dass er mit seinem Chor auch ins Gefängnis geht, um dort gemeinsam mit den Gefängnis-Insassen zu singen. Aber auch die Theorie ließ er nicht ausser Acht: „Wir brauchen guten Musikunterricht damit Menschen sich für klassische Musik interessieren.“

Die Berliner Rapperin Sookee machte deutlich, dass Ausgelassenheit und Unbeschwertheit beim Musikkonsumieren im Vordergrund stehen sollte: „Es geht mir nicht um Perfektion, sondern darum, dass alle eine gute Zeit haben.“ Zudem mahnte sie an, dass „Medien, Plattenfirmen u Produzenten Musiker* groß machen“, und dass dadurch auch Musiker in den Fokus rücken, die eine verwerfliche Message haben (siehe Echo-Verleihung). Dabei wurde klar, dass der Verantwortung, die die Labels, Bookingagenturen und Produzenten tragen, oft nicht nachgekommen wird. Die Profitgier bringt nur allzu oft fragwürdige Musikacts hervor, die vor allem die Jugend beunruhigend beeinflussen, und ebenso wird nach wie vor vernachlässigt, auch jungen KünstlerINNEN den Weg im Musikbusiness zu ermöglichen.

Musik dient dem Zusammenhalt, dem Zusammenkommen und der Toleranz, doch wenn Acts das Mikro kriegen, die dafür ganz und gar nicht stehen, wird es heikel.

Vielen Dank allen Teilnehmern für diesen spannenden Abend!