Buchvorstellung Club of Rome

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Früher Feierabend? Warum nicht?!

Am 13. September stellten die Bestsellerautoren Jorgen Randers & Graeme Maxton bei uns ihr neues Buch „Ein Prozent ist genug“ vor, in welchem sie dem Club of Rome 13 Thesen zur Weltverbesserung vorschlagen.

Dr. Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung war als Gast geladen, und machte in seiner Keynote deutlich, dass die im Buch fokussierten Themen „soziale Ungleichheit, Arbeitslosigkeit und Klimawandel“ nicht aus den Augen gelassen werden dürfen, denn diese Probleme betreffen auch Deutschland, und müssen dringend angegangen werden.
Nur wie?

Das Buch „Ein Prozent ist genug“ von Randers & Maxton sieht die Ursache für zuvor genannte  Probleme im stetigen Wachstum, der nach wie vor, und laut Aussage der Autoren zu Unrecht, beinahe weltweit angestrebt wird. Somit verwundert es nicht, dass Randers und Maxton unter anderem für die Geburtenkontrolle plädieren, ein Vorschlag, der auf erheblichen Gegenwind stößt (siehe Z.B. www.spiegel.de  / www.sueddeutsche.de).
Die Überlegung Frauen mit höchstens einem Kind mit 80000 Euro zu „belohnen“ stößt vor allem kinderreichen Familien bitter auf…

Randers & Maxton präsentieren in ihrem Buch weitere Lösungsansätze wie z.B. die Erhöhung der Erbschafts- und Vermögenssteuer, Verkürzung der Jahresarbeitszeit oder die Beschränkung des Außenhandels, um den Problemen Herr zu werden. Dass all diese Vorschläge kontrovers beäugt werden, ist sicherlich nicht überraschend, da das Buch keinesfalls Kuschelkurs anbietet, sondern Forderungen stellt, die nicht jedem schmecken können. Wie man auch bei der Reaktion auf den  Vorschlag zur Förderung kleinerer Familien sehen kann, gibt es beinahe bei allen Vorschlägen zur Verbesserung der zukünftigen Weltsituation zwei Meinungslager und verschiedene Perspektiven, den Lebensumständen entsprechend.
Dabei ist die Überlegung zur Verkürzung der Arbeitszeit keinesweg Irrsinn, oder irgendwo hergezaubert, ganz im Gegenteil ist diese Idee schon seit längerem in der Diskussion. Die Schweden machen’s vor, und testen z.B. in Göteborg das Modell eines 6 Stunden Tages. Studien zeigen, dass Menschen am Tag nur in vier bis fünf Stunden zu hochkonzentrierter Arbeit fähig sind, und Forscher sagen sogar, dass ein acht-Stunden-Tag ungesund sei. Schwedens Experiment zeigt, dass die Arbeitnehmer zufriedener, ausgeglichener und leistungsfähiger sind, und zudem eine Produktionssteigerung zu erkennen ist. Ebenfalls deutlich wird die Bereitschaft und Identifikation mit dem Betrieb, da man sich nicht täglich überlastet fühlt, sondern die Möglichkeit bekommt, mehr Zeit für sich oder die Familie zu haben, oder eben einfach seine Gesundheit schonen kann. Mehr Freizeit lässt auch mehr Zeit für bewusste Ernährung, Sport treiben oder einfach abschalten, und da muss man kein Hellseher sein, um zu verstehen, dass sich all dies auch wieder positiv auf die Arbeit auswirkt.

Durch kürzere Arbeitszeit werden neue Arbeitsplätze geschaffen, was positiv ist, doch gleichzeitig stellt das die Kommunen auch vor finanzielle Probleme, für die es auch in Schweden anscheinend noch kein Patent-Rezept gibt… Die Welt retten, das geht eben auch nicht von heute auf morgen.

Die Veranstaltung des Club of Rome wurde auf zwei Sprachen (deutsch/englisch) per Live-Stream übertragen, wodurch die Vorträge auf der ganzen Welt verfolgt werden konnten.
Der Club of Rome besteht seit 1968 und setzt sich als gemeinnützige Organisation für eine nachhaltige Zukunft der Menschheit ein, und versucht, durch Forschung die Probleme der Menschheit und des Planeten zu identifizieren, um daraufhin Verbesserungsvorschläge anzubringen.

1973 wurde der Club of Rome mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels ausgezeichnet.

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