Internet!? Dieses neumodische Zeugs…

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Nachdem letzte Woche der eco Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V. bei uns zu Gast war, um unter anderem sein 20jähriges Bestehen zu feiern, wurde ich doch etwas stutzig… 20 Jahre, das ist eine lange Zeit, ja beinahe schon Greisenalter in der Internetzeitrechnung, da wird einem das eigene Alter erstmal richtig bewusst. Ich erinnere mich noch genau an meine erste Begegnung mit dem Phänomen Internet… da war ich wohl so 16-17 Jahre alt, und wir wurden in der Schule zu einem Informatikkurs verdonnert. Ich hatte von nix ne Ahnung und war froh, dass mein Klassenkamerad schon ein paar Skills parat hatte. Der Lehrer diktierte süffisant „Geht mal auf die Yahoo-Seite und gebt den Begriff ‚Informatik‘ ein“… Ich dachte nur „wer oder was ist dieser Yahoo, und wo ist das passende Handbuch mit der Seite zur Informatik“?? Das mag nun albern klingen, aber ich fühlte mich damals mit diesem Internet gar nicht wohl…

Schon bald darauf kauften meine Eltern den ersten richtigen Computer (zuvor besaß mein Bruder lediglich einen C64… jeder weiß, was das bedeutet… eigentlich war der Computer nur dazu da, um die verpixelten Klassiker „Wintergames“ und „Summergames“ zu zocken). Der neue Computer bekam einen schönen Schreibtisch und ein Modem… Tschiiieeee, Diep, MöpMöp, StotterStotter… Internetverbindung hergestellt…Hui.

Eines Abends wollte ich nun auch sehen, was es damit auf sich hat. Brav fragte ich meinen Bruder um Hilfe, der höflich ablehnte (‚höflich‘ ist natürlich gelogen), also saß ich da völlig ratlos und verloren, bis ich halt drauflos recherchierte und Dinge suchte, die mich eigentlich gar nicht interessierten. Die Angst, das Internet aus Versehen löschen zu können, begleitete mich eine ganze Weile, doch bald entdeckte ich den ICQ-Messanger („Oh Oh“) und die Email! Mein Dasein begann gänzlich neu, mein soziales Leben war gerettet, da mir das Telefon und seine verbale Funktion schon immer ungeheuerlich war. Jippie!

Ende der Neunziger flimmerte dann Michael Ballack mit einem Werbespot über die Mattscheibe, indem er im Garten saß und Kabellos im Internet surfte. Ich witterte Beschiss im großen Stil… „Niemals!“ dachte ich, da macht Ballack doch wieder großes Theater, sowas kann es doch gar nicht geben, geschweige denn, dass es funktioniert!

Aber wie wir heute alle wissen, hat Michael Ballack keinen Quatsch erzählt, denn wir sind online, immer und überall! (Fast überall…)
Dank unserer geliebten Smartphones haben wir das Internet sogar in der Hosentasche und immer griffbereit, um uns zu informieren, zu orientieren und um alle Welt an unserem Leben teilhaben zu lassen. Wir posten und bloggen und twittern, dass die Balken krachen. Teilen ungefragt Fotos von unserem Essen (bzw. Nahrungsunfällen), Fotos von uns in der neuen Joggingpeitsche oder Fotos vom Urlaub um Neid zu sähen. Blogs spriessen wie Unkraut, jeder fährt einen kleinen Ego-Trip, erzählt anderen, wie es richtig geht, ein Kind zu erziehen, ne Jacke zu nähen, oder wie man sich anständig das Gesicht anpinselt.

Ob das nun gut oder schlecht ist, was Herr Ballack da verzapft hat, ist mir bislang noch nicht ganz klar geworden. Ich werde eventuell nochmal darüber nachsinnen und mich zu gegebener Zeit erneut dazu äußern.

Aber soviel steht schonmal fest: Prince hatte jedenfalls unrecht! (Und das mag schon was heißen, wenn ich das hier öffentlich zugebe, denn Prince ist ja bekanntermaßen der Chuck Norris der Musikszene.) Er lag offensichtlich etwas daneben, als er in einem Interview mit dem Mirror dem Internet eine kurze Lebensdauer attestierte und sich zeitweise völlig aus dem World Wide Web zurückzog.
“The Internet’s like MTV,” Prince told the Mirror. “At one time, MTV was hip, and suddenly it became outdated.”
He added, “Anyway, all these computers and digital gadgets are no good. They just fill your head with numbers and that can’t be good for you.“1

Tja….

1(http://www.mirror.co.uk/3am/celebrity-news/prince—world-exclusive-interview-233220)

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